Brunnen am Utoquai, Zürich

 

Wettbewerb 2017 / 2018

 

Der Brunnen am Utoquai zum 150-jährigen Jubiläum der Wasserversorgung der Stadt Zürich wiederspiegelt mit seiner innovativen Technik die heutige Zeit, verweist aber genauso in die Vergangenheit wie in die Zukunft.

 

Er soll an eine Zeit erinnern, die weit vor unserer lag, als es die Schweiz, wie wir sie heute kennen, noch nicht gab. Mächtige Gletscher bedeckten das Land, formten die Landschaft und hinterliessen Zürichberg und Zimmerberg. Dem Linthgletscher verdankt Zürich sein grosses Wasserreservoir, den Zürichsee.

 

Er veranschaulicht die Situation der Gletscher und damit der primären Wasserspeicher der Alpen heute und in einer Zukunft der sich wandelnden klimatischen Bedingungen. Dies wird im Jahresverlauf sichtbar und erlebbar. Der Brunnen ist nicht zeitlos, er verkörpert die Zeit.

 

Ein fein ausbalanciertes Gleichgewicht charakterisiert den Brunnen am Utoquai. Ein künstlicher Gletscher schwebt über dem Platz. Vorgekühltes Wasser wird durch feine Düsen über ein würfelförmiges Kühlelement gesprüht, gefriert und wird zu Eis, schmilzt wieder und tropft nach unten auf den als flaches Becken ausgebildeten Boden. Ein Teil des Schmelzwassers läuft über den Kragarm, der den Gletscher trägt in eine grosse Brunnenschale mit seitlich angeordneten Trinkwasser-Speiern. Obwohl vom Brunnenwasser getrennt, scheint das Trinkwasser mit dem Gletscher verbunden zu sein.

 

Der Gletscher wächst im Herbst und Winter und schwindet im Frühling und Sommer bis im Extremfall nur noch das eisfreie Kühlelement mit seinen Röhren und Rippen sichtbar ist. Im Gegenzug kann sich die Eismasse im Winter in eine bizarre Eisskulptur verwandeln und bis zum Boden reichen. So verändert der Brunnen täglich sein Aussehen.